Dienstag, 11. September 2018
Das "Pommesbuden-Phänomen" ;)
Jedenfalls nenne ich es so. Und spätestens wenn ich es Eltern erklärt habe, wird auch ganz deutlich, worum es sich dabei handelt.

Beispiel: Die Frau erzählt mir: "Boah, die kommt bei mir überhaupt nicht zur Ruhe! Ich habe sie gestillt, sie schläft an der Brust ein und ist eigentlich definitiv satt. Kaum mache ich sie ab, fängt sie wieder an zu suchen und ist ganz hibbelig. Und wenn ich sie dann wieder anlege, schläft sie mit der Brustwarze im Mund. Wenn ich versuche, ihr den Schnuller zu geben, dann nimmt sie den überhaupt nicht und sucht nur wie irre weiter rum. Und kaum gebe ich sie meinem Mann, geht der Schnuller und sie pennt ganz selig auf seinem Arm! Was ist denn das?? "

Das, liebe Eltern, ist es: Das Pommesbuden-Phänomen.

Was passiert? 3 Sachen:

1. Das Kind ist evolutionär immer noch in der Steinzeit und hat auch quasi einen Vertrag aus der Steinzeit. Der ist noch ganz einfach und darin steht sinngemäß ungefähr: So, Du kommst jetzt auf die Welt. Wenn Du ein Problem hast, dann sagst Du Bescheid, dann bekommst Du die Brustwarze in den Mund und kannst nuckeln. Das hilft immer! Gegen jedes Problem!

2. Wenn das Kind also auf der Suche nach der Brustwarze ist weil es ein Problem hat ( und wir reden hier von JEDEM Problem, nicht nur von Hunger), dann folgt es seinem Geruchssinn, der sehr ausgeprägt ist.

3. Das Kind hat viel mehr Nuckelbedürfnis, als es eigentlich Hunger hat. Nuckeln ist für das Kind die Lösung für nahezu jedes Problem. Hunger, müde, kalt, Pipi, einsam, Wandfarbe ist blöd und Oma riecht heute komisch - egal: nuckeln hilft immer.

Ergebnis: Bei der stillenden Mama auf dem Arm riecht es einfach immer SOOO gut nach der Milch bzw. der Brustwarze. Also sucht das Kind genau danach und lässt sich dann auch mit nix anderem abspeisen.
Bei Papa riecht es aber nicht nach Milch. Also kann das Kind da auch mit Schnuller und kuscheln zufrieden sein.

Und warum ist das nun das Pommesbuden-Phänomen?
Weil ich es mit mir vergleiche! :D Wenn ich in der Pommesbude stehe und der Typ will mir einen Salat andrehen, dann will ich den auch nicht. Dann will ich Pommes!!
Wenn ich aber an der Salattheke stehe und es riecht nicht nach Pommes und der Salat sieht auch noch lecker aus, dann ist Salat total o.K.

Was macht man also? Das Kind an eine andere Person weiter reichen, wenn eine da ist. Und wenn keiner sonst da ist, dann Distanz zur Brust schaffen, z.B. in dem man das Kind über die Schulter legt.

Es gibt einen Trost: Das Phänomen lässt nach, wenn das Kind älter wird!



Freitag, 22. Juni 2018
Placenta-Kügelchen - Lohnt sich das?
Kurz gesagt: ich finde ja!

Placenta-Kügelchen, oder korrekt Placenta-Nosoden, sind homöopathische Kügelchen, die aus einem Stück der Placenta gewonnen werden.
Dazu kann man sich im Internet in diversen Online-Apotheken ein Abnahmeset bestellen. Das nimmt man dann mit zur Geburt und nach der Geburt wird von der Placenta ein kleines Stück entnommen (ca. so groß wie ein Smartie) und im vorbereiteten Umschlag eingeschickt.
Nach ca. 4 Wochen bekommt man von der Apotheke ein Päckchen mit den fertigen Kügelchen. Man kann die Kügelchen einzeln bestellen oder ein Set, was die meisten Eltern machen.
Dazu gibt es eine "Betriebsanleitung". Man bekommt also einen Anleitungszettel. Welche Potenz in welcher Dosierung bei welchem Problem.
Die Kügelchen sind einsetzbar für die Mutter und für das Kind, von dem die Placenta stammt. Für Geschwister funktionieren sie nicht! Kosten für ein Set: zwischen 70 und 100 Euro.
Sie werden gerne als quasi Allheilmittel gepriesen und tatsächlich sind sie nicht weit davon entfernt! Sie funktionieren meistens super bei all diesen kleinen Alltagswehwehchen, die nicht so schlimm sind, aber ordentlich nerven. Bei Blähungen, Unruhe, Zahnungsschmerzen. Bei Milchstau, zu wenig Milch, später bei Menstruationsbeschwerden.
Aber: es ist Homöopathie, d.h. es funktioniert oft, aber nicht bei jedem. Und beweisen können wir das heutzutage wissenschaftlich noch nicht.

Das ist ja aber generell ein Thema. Viele glauben an Homöopathie, ich auch, aber wissenschaftlich kann man keine Wirkung nachweisen. Jedenfalls nicht in Zahlen und Fakten.
Ich sehe das aber so: selbst wenn die Wirkung nur auf dem Glauben an die Kügelchen beruht, wenn ich davon subjektiv eine Besserung verspüre, dann wirken sie! Und dann ist es auch egal, ob man das nachweisen kann oder nicht.

Bei vielen Dingen kann die Homöopathie die Schulmedizin nicht ersetzen. Für einen entzündeten Blinddarm brauche ich nach wie vor einen Chirurgen, der das Ding entfernt. Aber ich kann nach der Op die Wundheilung unterstützen. Und zwar ziemlich effektiv!

Eltern geben so viel Geld aus für ihre Kinder, oft für unnütze Dinge. Und das merkt man erst, wenn das Kind da ist und man das ganze Kram nie benutzt hat. Aber das Geld für die Placenta-Nosoden ist, finde ich, gut angelegt.

Und wer weiß, vielleicht können die Wissenschaftler die Wirksamkeit von Homöopathie in 500 Jahren ganz klar belegen. Schließlich hat die Menschheit auch noch bis vor gar nicht allzu langer Zeit die Erde für eine Scheibe gehalten! :)

Fazit: Placenta-Nosoden - ich stehe drauf!



Samstag, 9. Juni 2018
Hauptsache gesund!??
Früher, als die meisten Eltern noch nicht wussten, welches Geschlecht das erwartete Kind haben würde, wurden sie häufig gefragt: was wünscht Ihr Euch denn, ein Mädchen oder einen Jungen?
Die Antwort lautete meistens: Egal, Hauptsache gesund!

Heute stelle ich in jedem meiner Geburtsvorbereitungskurse immer irgendwann die Frage: Was wünscht Ihr Euch für Euer Kind? Für seinen Lebensweg? Und auch da ist die erste und häufigste Antwort immer: Gesundheit!

Und dann komme ich. Mal wieder mit dem Versuch eines Perspektivwechsels. Und oft lasse ich Menschen dann doch recht nachdenklich zurück.

Denn: ist es denn wirklich das Wichtigste im Leben, gesund zu sein? Natürlich ist Gesundheit eine tolle Sache! Aber ist es nicht eigentlich im Leben viel wichtiger, GLÜCKLICH zu sein?!

Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die trotz Krankheit sehr glücklich sind. Und wahrscheinlich viel mehr Menschen, die trotz Gesundheit unglücklich sind.

Sollten Eltern Ihrem Kind nicht also eigentlich besser wünschen, dass es im Leben das Glück findet? In welcher Form auch immer? Bei den Menschen, die sein Leben begleiten. Oder vielleicht in einem tollen Beruf (so wie ich z.B. :) ) Oder bei einem Hobby, für das man brennt.

Wie einige wissen, bin ich ein bekennender Fan der Fernsehshow Let´s Dance. So ein bißchen Kitsch braucht doch irgendwie jeder.... :D
In diesem Jahr 2018 hat Ingolf Lück teilgenommen. Er war nicht der beste Tänzer. Aber er hatte definitiv ganz offensichtlich mit seiner Profipartnerin Ekaterina den meisten Spaß! :D Ihr Motto war: Man muss nicht perfekt sein, um glücklich zu sein!

Sie haben übrigens gewonnen in diesem Jahr...... :)




Willkommen!
Mein Name ist Gitta Schnelle und seit nun schon über 30 Jahren arbeite ich mit Kindern und deren Eltern.

Zuerst als Kinderkrankenschwester und seit 1995 zusätzlich auch als Hebamme.

Den Job als Kinderkrankenschwester musste ich leider 2013 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.
Als Hebamme habe ich lange Jahre Beleggeburten in einer Klinik begleitet bis die geburtshilfliche Abteilung 2008 geschlossen wurde.

Zur Zeit arbeite ich "nur" noch in der Schwangerenbetreuung und der Betreuung im ersten Lebensjahr des Kindes.

In diesem Blog soll es vor allem um all die Fragen und Themen gehen, die junge Eltern so beschäftigen.

Außerdem freue ich mich auf hoffentlich viele Berichte von den Frauen/Familien selber.

Kommentare sind natürlich total erwünscht!

Ich wünsche Euch und auch mir viel Spaß!!